HOHENLOHES AUF GENUSS-TOUR: ÜBER NIZZA UND LUZERN ZURüCK IN DIE HEIMAT

Nizza ist lediglich dreißig Kilometer von der italienischen Grenze und überhaupt nur zehn Kilometer von Monaco entfernt, behauptet meine Frau. Gut, ich habe sie ein wenig ausgelacht und ihr einfühlsam erklärt, dass sie bei den Zahlen noch einen Nuller dran hängen muss – und dann haben wir um eine Flasche guten Wein gewettet.

Jetzt steht sie in Nizzas noblen Einkaufszentrum und sucht einen sauteuren Wein aus. In Nizza gibt es alles was teuer ist, aber das stört hier niemanden. Selten im Leben habe ich so eine umtriebige Stadt erlebt. Direkt an der Côte d'Azur gelegen, ist der Strand auch nachts eine sehr beliebte Spielwiese. Tänzer, Taucher, Trunkene – und alle haben ihren Spaß.

Was in Nizza besonders heraussticht, ist die Alterslosigkeit der Bevölkerung: Greise in mondänen Ruderleiberln mit Spiegelbrillen, junge Damen gehüllt in Röcke und Blusen direkt aus den 50er Jahren. Und dazwischen ich, mit trostloser, brauner Short und Hemd, bar jedweden Chics oder allfälliger Eleganz. Als wir den berühmten Blumenpark von Nizza betreten, gehe ich mit meiner erdfarbenen Hose vollkommen unter. Überall brodelt es, Lokale sperren auf und zu, Gäste warten oder wanken nach Hause und bei den einschlägigen Streetfood-Ständen bilden sich Warteschlangen. Dankenswerter Weise recherchierte meine Frau schon vor Wochen die interessantesten Restaurants und reservierte, denn ohne Reservierung geht in Nizza überhaupt nichts.

Langsam nähern wir uns dem Ende unser Reise, von Nizza aus fahren wir in die Schweiz. Genauer gesagt nach Luzern, das, wie meine Frau felsenfest behauptet, am Vierwaldstättersee liegt. Sie hat Recht, er ist übrigens der viertgrößte See der Schweiz. Wenn man ihn umrunden möchte, bräuchte man als Fußgänger rund 46 Stunden.

Und nein, das haben wir dann doch nicht gemacht, sondern uns erstmal die Stadt angeschaut. Luzern ist die sauberste Stadt, die wir seit langem gesehen haben. Und im Einkaufsvergleich zu Österreich nicht das, was man ein Schnäppchen nennen kann. Aber hier ist alles in Ordnung, aufgeräumt, das Gras geschnitten, die Blumenkästchen bewässert und quasi mitten in der Stadt, gibt es ein öffentliches Schwimmbad (Seebad Luzern), dass man über den See gebaut hat und einen unglaublichen Blick über die pittoreske Landschaft bietet.

Das bekannteste Wahrzeichen der Stadt ist die Kapellbrücke, die es schon seit 1365 gibt, damit ist sie die älteste überdachte Holzbrücke in Europa und mit einer Länge von 202,9 m auch die zweitlängste Brücke dieser Art in Europa. Wozu das Ganze, fragt man sich und erfährt, das die eleganten Einwohner Luzerns damals ohne nass zu werden in die Jesuiten-Kirche gehen wollten und das ist sehr gut gelungen.

1993 hat dann ein Brand die Holzbrücke stark beschädigt, wertvolle Votivbilder wurden zerstört aber es wäre nicht die Schweiz, wenn man sie nicht innerhalb von 8 Monaten, nach alten Plänen neu aufgebaut hätte. Und überhaupt, man hat ja auch noch eine zweite Brücke in Luzern, die Spreuerbrücke, die man 1408 erbaut hat und jetzt die älteste, original erhaltene Holzbrücke der Schweiz ist.

Bevor es endgültig zurück nach Österreich geht muss noch eine zentrale Frage geklärt werden: Warum heißt Luzern eigentlich Luzern. Die Antwort ist ganz logisch: Der Name stammt ursprünglich von dem Begriff „Luciaria“, was übersetzt „Ansammlung von Hechten“ bedeutet – aber das haben sie gewusst.

Wir verabschieden uns vom „Mandarin Oriental“, dem vielleicht mondänsten Hotel in dem wir je wohnen durften, nach ein paar Stunden sind wir wieder in Österreich und sind uns beide einige, wenn wir mehr Zeit und weniger Kinder hätten, wurden wir unsere Tour sofort von Neuem wieder beginnen.

2023-08-19T03:06:52Z dg43tfdfdgfd